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Heikles Thema: Erektionsstörung

Dieses Thema im Forum "Liebe, Beziehung & Hochzeit" wurde erstellt von Lady C., 26 Januar 2008.

  1. Lady C.

    Lady C. Well-Known Member

    Registriert seit:
    25 November 2007
    Beiträge:
    87
    Also wo fang ich an? am Anfang:

    Mein Mann ist seit über zehn Jahren Typ1-Diabetiker (jugendlicher Diabetes).
    Bisher hat das unsere Partnerschaft so gut wie gar nicht belastet. Aber in letzter Zeit treten bei ihm immer häufiger Erektionsprobleme auf, eine typische Spätfolge mit der wir rechnen mussten. Nach 20 Jahren Partnerschaft ist das für mich gar nicht so dramatisch. Sex ist nicht alles. Ich liebe ihn und mir ist vor allem seine Nähe wichtig. Eine schöne Kuschelrunde ist für mich oft genauso erfüllend.
    Aber ich spüre wie er darunter leidet.
    Das eigentliche Problem ist, dass er nicht darüber spricht, sondern sich immer mehr zurückzieht. Muss dazu sagen, dass wir beide in Elternhäusern groß geworden sind in dem das Thema Sex absolut tabu war. Dementsprechend tu ich mich genauso schwer. Denke aber, wenn wir offen darüber reden könnten, wäre es sicher leichter für uns beide und besser für unsere Beziehung. Vielleicht würde sich dann auch ein Weg finden einmal mit seinem Arzt darüber zu reden und Hilfe zu bekommen.

    Ich möchte so gerne mal mit ihm darüber reden!
    Wissen wie er sich fühlt? ihm sagen, was ich fühle... miteinander damit umgehen.

    Doch wie und wann spreche ich am Besten dieses heikle Thema an ohne ihn zu verletzen?
     
  2. Maricel

    Maricel Well-Known Member

    Registriert seit:
    22 Juli 2007
    Beiträge:
    3.012
    Auf keinen Fall darf er sich unter Druck gesetzt fühlen oder
    gar den Eindruck haben, dass du enttäuscht bist. Das löst nur das
    Gegenteil aus. Es ist ja auch nur eine Vermutung, dass es an der
    Diabetes liegt, können ja (theoretisch) psychische Ursachen sein.
    Du brauchst viel fingerspitzengefühl, damit er sich nicht in der Rolle
    des Versagers sieht.
    Ich würd ihm viel Wärme geben, viel kuscheln. Und sanft, aber bestimmt ihn zum Arzt bringen. Steht nicht sowieso mal ein allgemeiner Gesundheitscheck an ? dann gehört "das" mit dazu,
    nicht isoliert, sondern als Teil der Diabetesfolgenuntersuchung.

    LG
     
  3. Lady C.

    Lady C. Well-Known Member

    Registriert seit:
    25 November 2007
    Beiträge:
    87
    Genau darin liegt mein Problem begraben.
    Ich will ihn nicht verletzen oder unter Druck setzen. Im Gegenteil, ich möchte ihm so gerne rüberbringen, dass das für mich gar nicht so schlimm ist und er sich nicht selbst unter Druck stellen muss.

    Zur Folgeuntersuchung geht er regelmäßig. Aber so wie ich ihn kenne gibt er dort sicher nicht an, dass er Probleme in dieser Richtung hat. Er ist vom Typ her ehr jemand, der versucht das mit sich selbst aus zu machen und ich denke das macht ihn so deprimiert.

    Mein Ziel ist es ihn um seinetwillen irgendwie aus dieser Vermauerung heraus zu locken, um seinen Schatten zu überspringen und darüber zu reden. Sei es mit mir und/oder seinem Arzt.
     
  4. Maricel

    Maricel Well-Known Member

    Registriert seit:
    22 Juli 2007
    Beiträge:
    3.012
    Sag ihm nicht, "dass es für dich nicht schlimm ist".
    Dass etwas "nicht schlimm" ist, heisst noch lange nicht, dass es kein Versagen für ihn ist. Das ist heikel, obwohl es jedem Mann
    passiert.
    Was du da über sein vermutetes Verhalten beim Arzt sagst,
    ist ganz typisch....dafür schämen, es nicht aussprechen, verdrängen
    dadurch wird es nicht besser
    Wenn du den Arzt mal vertraulich anrufst...wie wär das??

    LG
     
  5. jey

    jey Well-Known Member

    Registriert seit:
    27 November 2007
    Beiträge:
    239
    Wenn er rausfinden würde, dass sie hinter seinem Rücken mit dem Arzt redet?! Dann schämt er sich doch erst recht, weil der Arzt dann auch noch weiß, dass er damit ein Problem hat?!!

    Versuch du einfach locker damit umzugehen. Es einfach nicht als etwas anzusehen, was zwischen euch steht, sondern als eine Krankheit, die er nunmal hat. Und es natürlich zu behandeln, wie jede andere Krankheit auch. Ich denke, wenn du es ihm so schilderst, wie du es hier beschreibst, wird er es am Besten aufnehmen. Eine optimale Lösung gibt es dafür wahrscheinlich nicht.
     
  6. Lady C.

    Lady C. Well-Known Member

    Registriert seit:
    25 November 2007
    Beiträge:
    87
    Ob und wann er seinen Arzt darauf anspricht möchte ich ihm selbst überlassen. Ich denke, wenn ich den Arzt anrufen würde, wäre das für ihn eine Art Vertrauensbruch.
    Die Möglichkeit der Behandlung steht für mich zu jetzigen Zeitpunkt sowieso erst an zweiter Stelle.

    Wir haben schon so viel miteinander durchgestanden, immer verbunden mit vertraulichen Gesprächen. Vielleicht ist es deshalb für mich so schwer, dass er sich jetzt nicht öffnet.
    Aber dieses Thema ist ja nun wirklich nicht einfach...

    Hab mir heute auch schon überlegt, einfach noch eine Weile liebevoll zu warten.
    Meine Hemmschwelle ist sicher niedriger als seine. Gerade weil es mir halt auch noch so weh tut, wenn ich sehe, wie traurig er manchmal ist.

    Danke, dass ich wenigstens mit euch darüber reden kann!
     
  7. Maricel

    Maricel Well-Known Member

    Registriert seit:
    22 Juli 2007
    Beiträge:
    3.012
    ok, wenn das Vertrauensbruch ist, will ich es nicht empfehlen...
    abwarten kann vielleicht auch helfen, wenn es so weggeht
    wenn nicht, würd ich es ihm lieb sagen, dass er es beim Arzt
    ansprechen soll
    es kann ja auch eine Ursache haben, die weitere Probleme macht
    und deshalb bekämpft werden muss
    theoretisch ist es ja auch nicht zwangsläufig auf Diabetes zurückzuführen
    Lady C., ich hoffe, es gelingt!!

    LG
     
  8. Lady C.

    Lady C. Well-Known Member

    Registriert seit:
    25 November 2007
    Beiträge:
    87
    Danke, Maricel

    Sicher werden wir nicht abwarten, ob´s allein weggeht, denn das bezweifle ich sehr.
    Ende Februar hat er seinen nächsten Kontroltermin. Bis dahin sollte darüber gesprochen sein.
    Ich denke, da sind noch zwei Wochen drin um ihm die Möglichkeit zu geben von sich aus das Thema anzusprechen. Überlege gerade, ob und wie ich ihn ein bisschen lotsen kann.
    Wenn nicht, muss ich wohl endgültig Anlauf nehmen und mich überwinden ihn direkt darauf anzusprechen.
     
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